Hallo, mein Name ist Jörg und ich bin im Rahmen meiner Arbeit als Jobcoach auf einen Mann aus Afrika, der hier Asyl und Schutz beantragt hat und seit diesem Sommer hat er endlich einen Schutzstatus, der es ihm erlaubt, die Heimat zu besuchen. Er hat fast 10 Jahre lang darauf gewartet, seine Frau und sein Kind wieder zu sehen. Die Beerdigung seiner Eltern hat er deshalb verpasst.
Er hat hier als Bauhelfer gearbeitet, hat mit schwerem Gerät Mauern und Wände zerkleinert. Als er endlich reisen konnte, hat er sich nicht richtig mit seinem Chef abgesprochen. Er hatte ihm immer gesagt, dass er nach Hause gehen möchte, in Urlaub, sobald er kann und hat ihm gesagt: ich habe meine Papiere, ich fliege jetzt.
Der Chef hat es nicht ausdrücklich verboten, aber auch nicht erlaubt. Jedenfalls hat er ihm am 15.09 gekündigt. Allerdings hat er ihm die Kündigung erst im Oktober ausgehändigt, als er wieder da war.
Er hat Kündigungsschutzklage eingereicht - aber es dauert bis Ende Januar, bis der Termin ist (es gab noch Probleme mit dem Dolmetscher). Die Arbeitsagentur hat noch keinen Bescheid erlassen, das Jobcenter springt nicht ein bzw. möchte dauernd noch neue Daten haben (er sagt: immer kommt Brief, immer kommt Brief, dann wieder Antworten, dann kommt wieder Brief). Der Ex-Arbeitgeber hat sofort die Zahlungen eingestellt und so lebt er seit der Rückkehr ohne Geld. Die Gemeinde hat jetzt zumindest die Miete gesichert - aber er lebt ohne Strom und Geld für Essen. Seit 2 Monaten.
Er hangelt sich durch, aber es ist kein Zustand.
Mit 500 € käme er erst einmal über die Runden, mehr wäre besser.