Ich habe über 8 Jahre für mein Enkelkind gekämpft. Hatte an vielen Stellen um Hilfe gebeten, gebettet, geweint.
Egal wo ich vorgesprochen habe, niemand konnte oder wollte mir helfen.
Immer wieder beim Jugendamt angerufen und Kindeswohlgefährdung gemeldet, nichts ist passiert. Nach über 8 Jahren, habe ich auf eigene Kosten einen ersten Anwalt eingeschaltet, langsam, sehr langsam kam es ins Rollen. Zweiten Anwalt eingeschaltet, dann dauerte es noch etwas. Der Anwalt stellte einen Antrag beim Gericht und jetzt kam endlich Bewegung. Ein Verfahrensbeistand vom zuständigen Gericht machte bei der Kindesmutter einen Besuch und innerhalb von 3 Tagen, wurde mein Enkelkind vom Jugendamt aus dem Haushalt der Mutter genommen und mir in Obhut gegeben. Ich habe nichts weiter mitbekommen, somit musste ich alles neu kaufen. Das Jugendamt hat sich nicht weiter gemeldet und gekümmert. Ich war auf mich ganz alleine gestellt.
Inzwischen lebt mein Enkelkind 1,5 Jahre bei mir. Ich bin sehr stolz auf ihn, auch der Kinderarzt ist nun mit seiner Entwicklung sehr zufrieden. Er wächst, nimmt endlich zu und blüht langsam regelrecht auf. Inzwischen wurde vieles nachgeholt und zb folgendes gelernt: Fahrrad fahren, Uhr ablesen, Schleife binden, Struktur im Tagesablauf, regelmäßig zur Schule zu gehen, soziale Kontakte. Leider hat er in seinem Leben, vieles nicht erleben dürfen und es muss noch eine Menge aufgeholt werden.
Es werden regelmäßig Hausaufgaben gemacht, Arbeitsmaterial hat er auch für die Schule neu bekommen. Gelernt wird inzwischen auch, dass es im Leben, nicht nur PC, Fernsehen, Switch usw gibt.
Seit einiger Zeit klappt es auch ohne diese Dinge sich zu beschäftigen. Selbst "normales" spielen musste erst gelernt werden.
Nach einem längeren Kampf, durfte er zur Schule gehen und einen Ergotherapieplatz haben wir auch. Vom Jugendamt bekommen wir eine sehr kleine finanzielle Unterstützung (ohne Rechtsverbindlichkeit, dass heißt auf freiwilliger Basis). Diese reicht jedoch leider nicht, die Jugendämter streiten, wer zuständig ist. Somit bleibt es bei besagter minimaler Unterstützung.
Ein Schulwechsel steht für das kommende Schuljahr an, wieder eine neue Schultasche, Arbeitsmaterial und so weiter. Meine finanziellen Möglichkeiten sind bald erschöpft.
Ich möchte doch nur, dass mein Enkelkind sich entwickeln kann und darf, wie andere Kinder auch. Sein Leben, hat sehr viele Spuren hinterlassen, ob ich diese jemals aufarbeiten kann, steht in den Sternen. Aber ich möchte alles was ich kann versuchen.
Wann und wie das finanzielle mit dem Jugendamt mal geklärt ist, weiß ich nicht. Deshalb versuche ich auf diesem Weg, etwas Unterstützung von euch zu bekommen, sodass ich ihm noch einiges ermöglichen kann.
Ob es endlich mal ein Urlaub ist, Freizeitaktivitäten, Kurse zur Förderung, Osteopathie. Ärztlich muss auch noch sehr viel nachgeholt werden, jetzt erst, dass erste mal beim Zahnarzt gewesen, erste OP auch gut überstanden.
Aber alles braucht seine Zeit, ich möchte bei ihm keine Überforderung auslösen. Es ist ein harter, steiniger Weg, ich bin bereit diesen zu gehen auch wenn ich an meine Grenzen komme. Ich kann nicht mehr arbeiten gehen, da ich sehr gefordert werde, ganz normale Dinge, müssen mit ihm Tag täglich neu erarbeitet werden.
Wenn auch Ihr der Meinung seid, dass ein junger Mensch, mit gerade mal 11 Jahren eine Chance verdient hat, würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr mir etwas helfen könnt. Mir ist es peinlich, dass ich zur Zeit keinen anderen Weg finde, um es noch länger finanziell zu überbrücken, bis endlich geklärt ist, welches Jugendamt zuständig ist.
Danke, dass Ihr, bis zum Schluss gelesen habt und danke, falls Ihr uns etwas unterstützt.
Ich wünsche allen alles Gute.
Liebe Grüße