Eine Verletzung, die mehr auslöste, als jeder dachte: Ein Tumor, den fast niemand bemerkt hätte – und ein Leben, das beinahe endete…
Es war einmal eine Kuh, eine von vielen.Jahrein, jahraus „diente“ sie uns Menschen. Sie bekam Kälber und musste sie immer wieder nach ca. einem halben Jahr abgeben.Sommerweide, Winterstall – ein Leben, das einfach so weiterläuft.Und doch fiel sie auf: lieb, ruhig, umgänglich. Man mochte sie.
Dann bekam sie wieder ein stattliches Bullenkalb und war mit ihm auf der Weide.Nach neun Jahren – und das ist lang für ein Rind – passierte etwas, das alles veränderte:Sie verletzte sich am Auge. Die Wunde musste genäht werden.
Aber ihr Kalb ließ sich nicht einfangen. Es blieb auf der Weide und suchte sich nach zwei Tagen eine Ersatzmutter.Fanny – so sollte sie später heißen – stand im Stall. Ihr Euter wurde immer praller, und sie rief nach ihrer Herde und ihrem Kalb.
Drei Wochen lang hoffte man, dass die Verletzung heilt.Doch sie heilte nicht.
Und in der „Nutztierhaltung“ bedeutet das: Das Tier wird wirtschaftlich bewertet. Heilt es nicht, kommt der Schlachttransport.
Genau in diesem Moment sahen wir sie.Wir waren im Stall, um unseren Egon einzugewöhnen.Sie stand dort – still, mit einem Blick, der fragte: Was passiert jetzt mit mir?
Für uns war die Antwort nach kurzem Zögern klar.Wir übernahmen sie, gaben ihr den Namen Fanny und ließen sie in die Tierklinik bringen.
Die Diagnose traf uns: Augentumor (Plattenepithelkarzinom).Die Tierklinik machte uns eine wichtige Beobachtung:Sie vermuten, dass diese Tumorform oft bei Weißköpfen vorkommt – fast alle Rinder, die mit dieser Diagnose eingeliefert werden, sind Weißköpfe.
Unser Tierarzt staunte, denn damit hatte er nicht gerechnet.Wie auch? In der Haltungsform, aus der Fanny stammt, würden solche Tiere geschlachtet, bevor man überhaupt erfährt, was wirklich dahintersteckt.
Die Tierklinik versuchte zuerst, das Auge zu erhalten. Und tatsächlich: Es sah gut aus.Fanny durfte nach Hause – und zum ersten Mal in ihrem Leben in unsere MUHrielle-Kindergarten-Herde.Dort sollte später ihr Kalb leben, damit beide wieder zusammenfinden können.
Doch die Hoffnung hielt nicht lange.Das Auge entzündete sich erneut.Fanny musste wieder in die Tierklinik – und diesmal wurde es hart.Am Ende musste ihr Auge entfernt werden. Für ein Fluchttier wie Fanny eine enorme Belastung.
Aber sie überlebte.Und sie kam wieder zu uns nach Hause, einäugig – aber sicher.
Schon nach kurzer Zeit fand sie sich zurecht.Unsere Vierlingsmama nutzt ihren eingeschränkten Blickwinkel gern mal aus, wenn es um Leckereien geht, aber Fanny bleibt souverän.
Ihr Bullenkalb bekam später den Namen Armani.Er lebt noch in einer anderen Herde. Noch nicht bei uns. Noch nicht bei ihr.
Und genau das soll sich ändern.
Unser Weihnachtswunsch: Fanny und Armani sollen für immer zusammenleben.
Damit Armani zu seiner Mutter ziehen kann, fehlen noch 1.000 Euro Auslösesumme. Und später braucht er liebe Paten, damit sein Leben bei uns gesichert ist.
Der MUHment für Dauerhelden:
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