Meine Frau und ich sind vor 11 Jahren in unser Mietshaus gezogen. Das Haus lag mitten in einer wiese, also kein Garten. Wir haben in Absprache mit dem Vermieter ein Stück der Wiese um das Haus eingezäunt und einen Garten angelegt. Im Laufe der Jahre ist ein richtiges Schmuckstück daraus geworden. Wir haben eine Hecke sowie Sträucher und Stauden angepflanzt. Eine rustikale Holzterrasse mit Terrassendach kam dazu, später noch eine zweite Sitzecke, gepflastert, mit einer im Rasen eingelassenen Feuerstelle. Ach ja, einen Pool haben wir auch aufgestellt. Natürlich mit Betonfundament. Unser Enkel genießt es sich an heißen Sommertagen eine feuchte Abkühlung zu gönnen; ich natürlich auch. Und da Opa ja handwerklich begabt ist kam für den kleinen noch eine Schaukel dazu.
Meine Frau und ich haben uns immer gut ergänzt. Ich habe gebaut und die größeren Dinge gepflanzt und sie hat sich um die Gartenpflege gekümmert. Wobei ich sagen muss dass es keine leichte Sache für Sie war, denn schon beim Einzug litt Sie schon unter starken Schmerzen bedingt durch ihr Muskelrheuma. Im Laufe der Zeit wurden ihre Schmerzen aber noch stärker. Trotzdem war Sie immer weiter darauf bedacht den Garten gut in Schuss zu halten. Ibu und Tilidin sei Dank!
Auch wenn Sie sich inzwischen nur noch mit dem Rollator fortbewegen kann ist Sie ständig in den Beeten unterwegs. Hier etwas Unkraut zupfen, da ein Pflänzchen umsetzen. „Mit regelmäßigen Pausen schaffe ich das schon!“
Ich habe dann irgendwann noch ein großes Hochbeet gebaut, um uns die Arbeit zu erleichtern. Das war meine letzte handwerkliche Maßnahme in unserer Oase.
Nachdem ich kürzlich einen längeren Krankenhausaufenthalt hatte und meine Hüfte auch noch anfängt rum zu zicken, haben wir uns nach langen intensiven Gespräche und Überlegungen mit Blick auf die Zukunft dafür entschieden unseren Traum aufzugeben. Die Entscheidung fiel uns wirklich nicht leicht. Wir ziehen nun in eine Barrierefreie Wohnung und haben deshalb unser Mietshaus gekündigt.
Uns ist klar dass dies kein einfache Weg wird, zumal wir uns von 130 auf 77 Quadratmeter verkleinern und ich, der Mann, Jäger und Sammler wie im Buche steht war. Wohin mit dem ganzen Kram den ich hier im Laufe der Jahre angesammelt habe. Dazu kommt noch der Haushalt den wir in der Größe definitiv nicht in der neuen Wohnung unterbringen können. Aber auch das alles sollten wir wohl irgendwie schaffen.
Unser größtes Problem beginnt erst jetzt. Wir hatten ein vorläufiges Gespräch mit unserem Vermieter, von dem wir uns eigentlich eine gütliche Einigung erhofft hatten. Leider besteht der Vermieter auf einen kompletten Rückbau des Gartens, was Ihm ja rechtlich auch zusteht.
Nun müssen wir in 1 1/2 Monaten die Haushaltsauflösung, die Vorbereitungen für den Umzug und jetzt auch noch den Gartenrückbau schaffen. Wir wissen wirklich nicht wie das funktionieren soll.
Das Geld brauchen wir um den Rückbau zu finanzieren. Das meiste machen wir selber aber es kommen einige Kubikmeter zusammen. Die Kosten für Mietgeräte wie Bagger und die Entsorgungskosten übersteigt leider unser momentanes Budget.