Ich bitte um Spenden, damit ich mein Pferd nach Deutschland holen kann. 🙏🏽
Wenn du die Chance hast zu helfen...
Mein Partner und ich wanderten Anfang März 2024 mit Hund Leyla und Mietz Angel von Berlin nach Brasilien aus. Wir wollten uns ein neues Leben aufbauen. Wir ließen uns im Bundesstaat Bahia nieder. In einem kleinen Städtchen am Atlantik (Canavieiras).
Wir lernten einige Europäer kennen, die ihr Ziel auch bereits verwirklicht hatten und dort lebten. Nach bereits 3 Monaten lernten wir auch Lina kennen. Lina lebt auf einem Sitio mit Hunden, Hühnern und Pferden. Wir fuhren öfter zu Lina und ich nahm mir die Zeit ihre Pferde kennen zu lernen, denen es bei näherer Betrachtung alles andere als gut ging. Unter den 4 Pferden stach eine kleine weiße abgemagerte Stute hervor, namens Fee.
Ich stellte mich dicht an den Zaun und schaute zu ihr rüber auf die Wiese. Sie nahm mich wahr und kam erschöpft in kleinen Schritten langsam auf mich zu.Wir nahmen ersten Körperkontakt auf. Sie schnupperte an meiner Hand und ich konnte ihren Hals streicheln. Ihre Mähne war zausig und kurz mit abgebrochenen Haaren und ihre Beckenknochen standen viel zu weit nach Außen. Am Bauch konnte ich ihre Rippen sehen und ihr Blick war müde und schlaff. Sie tat mir unheimlich leid.
Ich sprach mit Lina, ob Fee vielleicht eine Pflegemama haben darf. Jemand, die sich um diese arme Pferdchen kümmern und sie aufpäppeln könne. Lina willigte ein. Von dem Tag an war ich Fee's Pflegemama.
Ich hatte mir schon immer ein Pferd gewünscht. Seit ich klein war, wollte ich ein eigenes Pferd zum Reiten, obwohl ich selbst kein Profi bin.
Als ich im Juli Pflegemama von Fee wurde, hatte ich gewisse Grundkenntnisse. Ich wusste wie man Hufe sauber macht und was ich zum Reinigen des Fell's brauchte. Das war es auch schon.
Da die Pferde kein Heu hatten und die Wiese absolut runtergefressen war, war das also meine erste Mission. Leider ist es nicht so wie in Deutschland. Ich hatte 2 Monate zu tun, um Heu zu organisieren. Hinzu kommt, ich bin in einem fremden Land, spreche die Sprache nicht und habe keine Kontakte. Ich habe sämtliche Höfe in Bahia kontaktiert. (Es gibt ja Gott sei Dank Übersetzer). Aber immer gab es ein Problem. Entweder viel zu teuer, ohne keine Lieferung auf die Insel oder kein passendes Auto, nur per Abholung und einige andere Sorgen. Zu der Zeit lernten wir einen lieben Brasilianer kennen, der hin und wieder mit seinem Müllauto nach Itabuna fuhr. Er nahm dann mal eine Ladung mit und mein Kopfzerbrechen war erstmal für 2 Tage beruhigt. Über Marcos lernten wir dann unseren späteren Fahrer Rogeiro kennen, der eine große Ladefläche hatte und dann auch regelmäßig Heu aus Itabuna transportierte.
So weit so gut. Nun kann ich aber nicht Fee Heu hinlegen und die anderen drei Pferde müssen zusehen. Mir taten die anderen drei Pferde unheimlich leid. Zumal zwei von ihnen Fee ihre Kinder waren. Also beschloss ich Heu für alle einzukaufen. Hinzu kamen dann auch noch die Hühner, welche selten Wasser in ihrem kaputten Eimer hatten. Sie legten erst wieder Eier, als ich dann damit begonnen hatte Hühnerfutter zu kaufen. Auch eine vernünftige Schüssel mit Wasser stellte ich ihnen bereit. Langsam ging es bergauf. So kam eins zum anderen und mein monatliches Einkommen ging komplett für Lina ihre Tiere und für Fee drauf. Aber ich konnte mir das nicht ansehen und wollte helfen.
Lina merkte, das ich mir den Kopf zerbrach und mich nun auch allen Pferden annahm. Als ich an einem Tag wie gewohnt auf das Sitio kam, kam sie nur mir und sagte: "Ich schenke dir die Fee."
Ich war außer mir vor Freude. Ich besuchte Fee 4x manchmal 5x die Woche (Montag, Mittwoch, Freitag, Samstag und/oder Sonntag). Sie brauchte sehr viel Zuwendung, da sie wirklich fast alles, außer Hufe geben von 0 auf lernen musste.
Ja, aber wie stellte ich das nun an? Da ich nicht wusste wie, habe ich es mit Hundeerziehung verglichen. Und das funktionierte 🙂.
Nachdem sie zaghaft ihre ersten Heufress-Versuche gestartet hatte, bestellte ich auch erstmal einen Tierarzt, um einen Grundcheck machen zu lassen. Ihre Blutwerte waren soweit in Ordnung und sie Gott sei Dank auch. Auch mussten wir einen Schwangerschaftstest machen lassen, weil diese Vermutung bestand. Ihr Bauch war so aufgequollen, das wir nicht wussten woran es lag (Grasbauch, Wasserbauch, Würmer, Schwanger???) Der Test fiel negativ aus. Gott sei Dank. Denn noch eine Schwangerschaft hätte sie wohl nicht verkraftet. Nach dem Arztbesuch konnte ich wieder etwas aufatmen. Nun ging es erstmal an ihre weitere Nahrung und Pflege. Ich bestellte Heupallets. Sie bekam dann nach und nach immer ein kleines Leckerchen mit reingeschnitten (Banane, Möhren, Kräuter). Da sie nichts kannte, musste ich immer ein bisschen tricksen und nach und nach nahm sie alles gut an. In der ganzen Zeit hatte ich sehr viel Unterstützung von einer lieben Freundin aus Deutschland, die mir auch viele Ratschläge rund um das Pferd gab.
So lernte ich Stück für Stück über die Fellpglege, Fütterung und auch sehr viel über das Pferdeverhalten.
Fee zappelte viel rum, wenn ich sie putzen wollte. Also arbeitete ich mit Leckerlies (Heupallets). Nach und nach lernte sie, das wenn sie still hält, immer ein Leckerchen bekommt. Sie lernte es kennen zu duschen und Spaß dabei zu haben. Wir haben zusammen Faxen gemacht und sie gewann immer mehr an Vertrauen zu mir. Nach ein paar Wochen waren wir soweit, das ich sie mitnahm zum Spazieren gehen, damit sie endlich ihre Umgebung und alles, was außerhalb von ihrer Wiese war kennenlernt. Eine Wiese, die teils mit Stacheldraht-Zaun umkleidet war (die Pferde waren regelmäßig verletzt) und wo es kaum noch Gras zum fressen gab, wo nur Wasser vorhanden war, wenn es geregnet hatte.
Unsere Spaziergänge waren sehr schön. Ich zeigte ihr immer alles und redete mit ihr. Wir kamen an anderen Pferden und Kühen vorbei, welche Fee ganz neugierig betrachtete und manchmal zur Begrüßung auch wieherte (was sie auch immer tat, wenn ich sie besuchte).
Es gab auf dem Hof auch einen Lucas. Lucas ist ein Brasilianer, der mir oft half und bei dem ich dann auch immer etwas Portugiesisch sprechen lernte.
Als Fee mit den Spaziergängen sicherer wurde, kam Lucas öfter mit und wir nahmen auch Fee ihren Sohn (Audi) und den großen Domeque mit. Das waren schöne Spaziergänge. 🌴🌳
Das war auch die Zeit, in der ich nicht mehr aus lauter Verzweiflung ständig unter Tränen stand.
Eines Tages sagte ich zu Lucas: "Lucas, Fee braucht einen richtigen Namen. Sie ist eine Lady geworden."
Lucas streichelte sie und sagte: "Fénanda." Von dem Tag an hieß sie Fénanda. Sie wurde Stück für Stück immer selbstbewusster, war mitlerweile besser genährt und ihr Blick wurde wacher. Ich beschloss mit dem Training anzufangen (weil ich ja auch so viel Ahnung hatte).
Fénanda und ich starteten mit einfachen Übungen (vorwärts gehen, stehen bleiben). Ich habe so viele Aufzeichnungen von all dem gemacht, das mein Handy schon fast explodierte. Fee lernte unglaublich schnell. Ich stellte fest, das ich ein wirklich schlaues Pferd habe und durchsuchte das Internet nach Merkmale ihrer Rasse (Mangalarga Marchador). Ich kaufte eine Gerte, die sie neugierig beschnüffelte. Kurz darauf lehrte ich ihr das Rückwärts gehen. Ich sammelte lange dicke Hölzer, damit sie Hindernisse überqueren kennen lernt und auch dort ging sie nach dem 3. Versuch gerade rückwärts drüber. Ich war so unheimlich stolz auf sie.
Fee hat sich mit dem Training in kurzer Zeit sehr gut entwickelt und ich beschloss sie darauf zu trainieren, sie irgendwann mal reiten zu können.
Leider ergab es sich, das ich nach Deutschland musste, um zu arbeiten. Aber Fénanda konnte ich auf dem Hof auf keinen Fall stehen lassen. Sie wäre mir dort wieder eingegangen, weil sich niemand gekümmert hatte. Wir beschlossen, sie zu unserem Hufschmied Sidi zu bringen. Er hatte uns angeboten Fee bei ihm unterzustellen, da er einen Stall und auch die Zeit hat, um sich um sie zu kümmern. Ende Februar 2025 kam er Fee abholen und ich bin mit dem Auto die Strecke bis zu seinem Stall mitgefahren. Wir hatten keinen Pferdetransporter, wo wir sie hätten drauf stellen können. Also schnappte sich sein Freund Fee's Leine, beide auf's Mopet, ich im Auto hinterher und los ging es. Vom Sitio, über die Landstraße, durch die Stadt bis hin zum Fluss. Das war ein wirklich weiter Weg für Fee. Aber als wir dort ankamen, fielen auf einmal alle Sorgen von mir runter. Fénanda wurde gleich geduscht und in ihre Unterbringung gebracht, wo frisches Wasser und Gras auf sie warteten. Das war die beste Entscheidung, die ich in dem Jahr getroffen hatte.
Ich hatte sehr mit mir kämpfen müssen, da sie noch zwei Kinder hatte, die wir zurück lassen mussten. Ferrari war schon ca. 2 Jahre alt und kam besser zurecht als der kleine Audi (ca. 1 Jahr alt). Ich hatte lange überlegt den kleinen Audi mitzunehmen, aber es war einfach nicht möglich. Lina gab ihn mir nicht. Aber ich konnte Fee retten.
Ich bin Anfang März 2025 nach Deutschland geflogen und bekam, nach auch hier sämtlichen Stress zu erfahren, das sich mein jetzt Ex- Partner von mir getrennt hat. Und wieder gingen ein Berg Sorgen los.
Wie bekomme ich jetzt meine ganzen Sachen nach Deutschland? Wie bekomme ich Leyla und Angel hierher? Was ist jetzt mit Fee?
Für mich stand sofort fest: " Fee lasse ich auf keinen Fall zurück." 🐎
Also habe ich mich auf die Suche nach einem guten Hof für sie gemacht. Diese Suche ist noch nicht beendet. Ich habe im Internet nach Transportfirmen gesucht, die meine Fee von Brasilien sicher nach Deutschland bringen, habe einen Plan aufgestellt und mir zum Ziel gesetzt sie nächstes Jahr (2026) nach Deutschland zu holen.
Einige Freunde fragten mich:" Warum? Das ist doch so teuer. Da kannst du dir hier schon fast ein Tunierpferd kaufen."
Sie haben Recht! Aber es wäre nicht meine Fee. Ihr ging es sehr schlecht und sie brauchte mich so sehr. Ich brauchte sie auch und ich habe all meine Energie in sie gesetzt. Sie vertraut mir und hat endlich jemanden, der sie nicht im Stich lässt.
Fee wurde von Menschen abgekauft, die sie misshandelten (Die Bilder habe ich über 3 Ecken bekommen). Dann wurde sie von Deutschen am Strand zurück gelassen, um zu Deutschen zu kommen, die sie verhungern lassen.
Ich sagte, das ich das Geld zusammenspare. Und wenn es ein Jahr dauert. Ich lasse sie auf keinen Fall zurück! Ich nehme mir noch einen Nebenjob und dann hole ich sie!
In dieser aktuellen Zeit sprach eine liebe Freundin zu mir: "Versuch es doch mal mit einem Spendenkonto." Ich sagte zu ihr, das es keine schlechte Idee sei, ich aber nicht der Typ Mensch bin, der um Geld "bettelt". Sie sagte: "Versuch es anders zu sehen. Es ist zwar für dich, aber es geht in erster Linie darum, das Geld für dein Pferd zu sammeln, damit du sie nach Deutschland bringen kannst. Ein Versuch ist es Wert."
Heute scheint die Sonne. Ich sitze auf meinem Balkon und denke an all diese Strapatzen, die hinter mir liegen und noch im Gange sind. All der seelische Stress, die Tränen und einen kompletten Neuanfang zu starten, meine Krankheiten und die Krankenhausaufenthalte in dieser Zeit. Und ich denke mir: "Vielleicht hat sie Recht, einen Versuch ist es Wert. Vielleicht erlaubt mir das Leben auch Freude und glücklich zu sein und vielleicht gibt es mir auf diese Weise etwas zurück.
Ich war so glücklich helfen zu können und ich möchte weiterhin helfen. Ich habe früher so viel Tierleid unter anderem auf Facebook gesehen und habe mir immer gewünscht die Chance zu bekommen helfen zu dürfen.
Als ich diese Chance bei Fee bekam, ergriff ich sie sofort.
Hier sitze ich nun, und bitte euch inständig um Mithilfe, damit ich Fee von Brasilien nach Deutschland transportieren lassen kann, denn ich liebe die kleine Maus über Alles.
Einen einfachen Direktflug gibt es leider nicht. Fee befindet sich in Canavieiras in einer Zone, in der sie zuerst nach Rio de Janeiro gebracht werden muss und dort 40 Tage untergebracht wird, bevor sie ihre Reise mit dem Flieger nach Frankfurt antreten kann.
Es gibt von Rio de Janeiro allerdings keine Linienflüge nach Frankfurt. Es muss ein Flugzeug umgeroutet werden, das die fliegenden Pferde einsammelt. Wenn sie in Frankfurt ankommt, wird sie mit einem Transporter auf ihren neuen Hof nach Berlin/ Brandenburg gefahren und bekommt dort ihr sicheres, neues zu Hause.
Ich möchte Fénanda unbedingt bei mir haben. Ich habe ihr so viel beigebracht und sie vertraut mir.
Ich wünschte, ich könnte hier ein Video von Instagram hochladen, um euch die Erlebnisse noch näher zu bringen. Aber vielleicht reichen auch die Bilder, die ihr sehen könnt.
In Liebe geschrieben von Steffi 🙆🏻♀️
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