Hallo ihr Lieben,
mein Name ist Aurelie, ich bin 18 Jahre alt und habe vor ein paar Monaten die Diagnose Akute Leukämie (Blutkrebs) erhalten. Seit September bin ich stationär in Behandlung und mein Körper und ich haben auch schon einige Chemo und Bestrahlungstherapien hinter uns. Für Ende Januar ist eine notwendige Stammzellentransplantation geplant, d.h. mir werden fremde Spenderzellen injiziert und diese sollen dann in meinem Knochenmark neues, gesundes Blut bilden und ein neues Immunsystem entwickeln. Es ist faszinierend was heutzutage mit der Medizin möglich ist, trotzdem habe ich große Angst denn mit dieser Behandlung sind auch viele Risiken verbunden und mir müssen Entscheidungen abgenommen werden die ich in der Zukunft gern hätte selber treffen können. Vor dieser Diagnose war ich gern draußen unterwegs und habe viel mit Freunden unternommen, außerdem war ich im 2. Lehrjahr meiner Pflegefachkraft Ausbildung und wollte eigentlich auch meinen Führerschein machen. All das ist nun leider erstmal hinfällig für unbestimmte Zeit. Durch meine Ausbildung hatte ich viel zu tun mit solchen Krankheiten aber es ist dann doch etwas ganz anderes wenn man plötzlich selbst auf der anderen Seite des Bettes ist. Am Anfang habe ich jeden Tag darauf gewartet dass ich aufwache und dass das alles ein schlechter Traum war, ich habe darauf gewartet dass alles wieder so ist wie vorher, das ist leider nie passiert. Auch jetzt dissoziiere ich manchmal wenn mir alles zu viel wird ich verstehe diese Situation immer noch nicht so ganz und habe das Gefühl mir gleitet die komplette Kontrolle meines Lebens aus den Händen. Wenn mich jemand aus meiner Familie besucht versuche ich stark zu sein aber wenn ich allein bin habe ich so große Angst vor dem was das alles für mich bedeutet. Nach meiner Stammzellentransplantation wird das Thema Nachsorge ganz groß geschrieben. Denn in Zukunft wird sich einiges für mich ändern, ich werde auf unglaublich viele teure Immunsuppressive Medikamente angewiesen sein und muss mich die nächsten 3-6 Monate von allem wo es Keime gibt, fern halten. --- > Also so gut wie allem und jedem. Außerdem muss ich meine Ernährung umstellen und Hygiene wird zum 24 Stunden Begleiter von meiner Familie und mir. Ich wünsche solch eine Diagnose niemandem und hoffe dass Leute, mit so einer Krankheit stark sind und die Hoffnung nicht verlieren. Manchmal fällt das bestimmt sehr schwer und man denkt daran dass aufgeben vielleicht der einfachere Weg ist, aber es ist niemals der beste! Glaubt an euch, so wie ich jetzt auch ganz stark an mich glauben werde trotz der großen Angst in meinem Herzen.