Hallo,
so einen Aufruf habe ich bis dato noch nie gemacht, weil ich immer dachte, mit genug Willenskraft und Engagement schafft man alles allein, manchmal braucht es aber doch Unterstützung von außen.
Diese Spendenaktion rufe ich als Überraschung für meine Partnerin Franziska ins Leben.
Am 12.07.2023 hatte sie Ihren 33. Geburtstag. Mit 17 wurde das erste Mal Krebs (Gebärmutterkrebs) bei ihr diagnostiziert. Dieser konnte durch eine OP entfernt werden.
Nach ein paar Jahre Ruhe entdeckte man mutierte Zellen in der Brust. Franzi entschied sich gegen eine Amputation. Bei der OP wurden leider nicht alle mutierten Zellen entfernt, welche durch die Operation erst aktiviert wurden und in die Leber streuten. Es folgte über ein Jahr Chemo und Bestrahlung.
Die Bilder, die mir Franzi damals von der Chemo schickte, die Beutel mit "Gift", die in den Körper fließen und das Gefühl, welches sie beschrieb, wie man "das Brennen in den Adern spürt", das muss für sie und für alle, die das schon einmal durchmachen musste, unglaublich beängstigend sein. In dieser Situation ist man ganz allein, egal wie viele Menschen einem Zuspruch und Kraft wünschen. Und wie erschöpft und ohne Lebensenergie man sich nach jeder Behandlung fühlt, das können wohl nur Betroffene nachvollziehen.
Aber auch dieses Jahr hat Franzi überstanden.
Aufgrund der Chemo wurde die Leber extrem angegriffen (Leberzirrhose). Die Leberfunktion lag bei unter 30%. Die Ärzte gaben Franzi noch 2 Jahre. Sie bräuchte eine neue Leber, als Krebspatientin sei sie jedoch keine Transplantations-Kandidatin. Das war vor 6 Jahren. Auch das hat sie irgendwie überstanden.
Franzi hat nie aufgehört zu kämpfen. Aber oftmals viel weniger für sich, als für Ihre Tiere. Ich kenne keinen Menschen, der Tierlieber ist als Franzi. Franzi erzählte mir mal von einer Zeit, in der sich nichts hatte, nicht einmal genug Geld für Essen, aber ihren Tieren hat es nie an etwas gefehlt, weder Nahrung und noch viel weniger an Liebe und Zuneigung.
Als Franzi 11 war, rettete sie ein Pferd (Lani) von einem Besitzer, der das Pferd schlecht behandelte, schlug und quälte. Franzi fragte ihren Vater, ob sie sich ein Pferd kaufen dürfte. Nicht wissend, dass Franzi alles tun würde, um ein Tier zu retten, willigte er ein. Franzi ging in den nächsten Wochen mit Hunden Gassi, mähte Rasen, half älteren Leuten beim Einkaufen und besuchte jeden Tag Lani, um ihr Vertrauen zu gewinnen.
Die genaue Summe kenne ich nicht, aber sie hatte eines Tages das Geld zusammen, dass der Besitzer für Lani haben wollte und kaufte ihm das Pferd ab. Da hatte sie noch nicht mal ein Halfter um das Pferd nach Hause zu bringen, so weit hatte sie nicht gedacht, sie wusste nur, dass es vom Besitzer weg muss.
Irgendwie hat sie das Pferd nach Hause bekommen. Sie und das Pferd für der Tür Ihres Elternhauses mit kleinem Garten. Fazit dieser Geschichte: Das Pferd durfte bleiben und lebte die erste Zeit sogar im Garten hinter dem Haus. Das Pferd hatte sie 18 Jahre, bis es vor 5 Jahren verstorben ist.
Nachdem sich Franzis eigene Leberwerte gegen jegliche plausible Erklärung (nur an den Medikamenten kann es nicht gelegen haben) wieder verbesserten, hatte sie mehrere Jahre Ruhe mit dem Thema Krebs.
Aber sie merkte, dass sie nicht mehr dieselbe war, wie vor dem Krebs und all der "Chemi", die Ihr Körper im Kampf gegen den Krebs ausgesetzt war. Als Pferdewirtin zu arbeiten, jeden Tag Boxen auszumisten, Pferde zu trainieren und nebenbei auf Tournieren Dressur zu reiten, war körperlich nicht mehr möglich.
Also hörte sie in ihrem gelernten Beruf auf und nahm auch an keinen Dressuren mehr teil.
In all den Jahren, in denen keine aktiven Krebszellen gefunden wurden, musste sie regelmäßig zu Kontrollen und Nachuntersuchungen. Und wer glaubt, das Gesundheitssystem fängt einen hier auf, täuscht leider. Viele Kontrollen und Behandlungen müssen in jungen Jahren selber übernommen werden. Eine Mammografie wird von den Kassen erst ab einem bestimmten Alter übernommen; junge Frauen bekommen ja nie Brustkrebs; so ist die Theorie und von der wird nicht abgewichen. Auch nicht, wenn schon eine OP diesbezüglich stattgefunden hat. Völlig unverständlich und absurd. Und diese Kosten summieren sich, denn Untersuchungen müssen weiterhin regelmäßig erfolgen, um Krebszellen rechtzeitig zu erkennen.
Vor 4 Jahren hatte Franzi oft Kopfschmerzen. Als sie eines Morgens aufwachte und auf einem Auge nichts mehr sehen konnte, ging sie zum Arzt. Der Befund, mutierte Zellen im Knochenkiefer, die auf den Sehnerv drücken...
"Nein, bitte nein, nicht schon wieder, ich schaff´ das nicht mehr..."
Aber sie hatte keine Wahl, denn da war noch Ihr zweites Pferd und ihre Hündin. Und wie gesagt, wenn nicht für sich, würde Franzi alles für Tiere tun.
Es musste ein Zahn gezogen werden, um die mutierten Zellen zu beseitigen. Auch diese Behandlung hat sie über sich ergehen lassen. Alle mutierten Zellen konnten entfernt werden.
Und was soll ich sagen, vor ein paar Monaten bekam Franzi wieder Kopfschmerzen. Auch hier hatte sie es über Wochen hinausgezögert, diesbezüglich zum Arzt zu gehen. Lieber nahm sie täglich eine zweistellige Anzahl an Schmerztabletten. Ich glaube, man will einfach irgendwann keine negativen Nachrichten mehr hören, man ist irgendwann müde.
Es stellte sich heraus, dass es wieder mutierte Zellen im Kiefer waren, dieses Mal auf der anderen Seite.
Man stellte sie vor die Wahl, zwischen Wange von außen aufschneiden, um an den betroffenen Knochen zu kommen und die Zellen dann abzutragen, mit der Gefahr, der Kieferknochen könnte bei der Behandlung brechen. Oder mehrere Sitzungen Laserbehandlung, die Kosten müssten jedoch privat getragen werden. Aktuell ist sie hier noch in Behandlung.
In all den Jahren haben sich durch die Vielzahl an Behandlungen und Medikamente, welche nicht von der Kasse übernommen wurden, Defizite in den Finanzen von Franzi aufgetan.
Außer ein paar Euro für sich, vor allem aber für ihr Pferd und Futter für gefühlt alle Straßenkatzen in der Umgebung, gibt Franzi Ihr Geld primär für Arztbesuche, Behandlungen und Medikamente aus.
Wenngleich ich ebenfalls versuche zu unterstützen, sind meine Mittel limitiert.
Ich würde mich für Franzi freuen, wenn über diesen Versuch etwas Geld zusammen kommt, um Ihre offenen Rechnungen und ein paar von denen, die leider noch kommen werden, zu begleichen.
Ich kenne keinen Menschen, dem ich es mehr gönnen würde. Keinen Menschen, der immer wieder aufsteht, obwohl das Leben einen immer und immer wieder in die Knie zwingt. Keine Person, dem andere Menschen und Tiere wichtiger sind als man selbst. Keinen Menschen, der sich für andere mehr einsetzt als für sich selbst. Und das alles nach all dem, was ihr widerfahren ist. Ich an Ihrer Stelle wäre vermutlich schon zu müde und kraftlos, um noch selbst an mich und meine Genesung zu glauben. Das aber dennoch zu tun und noch so viel Energie für andere aufzubringen, das ist mir jeden Tag ein Rätsel, wie das machbar ist.
Ich bitte, den langen Text zu entschuldigen. Gerne hätte ich noch viel mehr geschrieben, was Franzi als wundervollen, warmherzigen und einzigartigen Menschen beschreibt, aber nur ein Bruchteil dieser Erzählungen, hat schon einen so langen Text verfassen lassen.
Für Ihre Unterstützung möchte ich mich, auch im Namen von Franzi, wenngleich sie in diesem Moment noch nichts von dieser Aktion weiß, vielmals bedanken. Sie schenken Glück, Sie schenken Hoffnung, Sie schenken Lebenszeit.
Vielen Dank.