Manchmal schlägt das Schicksal zu. Ich bin selbst Tierarzthelferin und wohne allein mit meinem 3 Jährigen Sohn und meinem fast 11 Jährigen Hundeopa. Ich bin vor kurzem nach der Elternzeit aufgrund der fehlenden Betreuungszeit meines Kindes Arbeitslos geworden. Zum 10 Geburtstag schenkte ich meinem Hund eine große Vorsorgeuntersuchung und leider war die Milz im Ultraschall auffällig. Daraufhin kontrollierten wir diese und die Zubildung wurde größer. Die Milz wurde entnommen und es folgte die Diagnose vom Pathologen; Hämangiosarkom in der Milz. Dann folgte eine Chemotherapie diese leider nicht komplikationslos verlief. Es entstand eine Paravasation des Chemotherapeutikums; Doxorubicin.
Das passierte alles zwischen Juli 2022 und Dezember 2022. Als dann noch eine starke Anämie als Nebenwirkung der Chemotherapie hinzukam, entschloss ich mich diese abzubrechen nach Gabe 3 von 5.
Doch seit Januar folgten die Probleme. Das Bein mit der Paravasation begann zu verdicken, verhärten, eiterte und platze großflächig auf. Es folgten Fieberschübe, Schmerzen, Schwäche, Bewegungsunlust und ein verändertes Gangbild und wir stiegen beim Spaziergang auf unseren Buggy um. Ein Problem kam und fasste immer das nächste an die Hand. Ob es die Anämie war, die zur Schwäche führte und den Muskelabbau hervorbrachte oder das Bein was letztlich zur Phlegmone wurde und eine Ödembildung im Körper verursachte. Es folgten unzählige Tierarztbesuche und 2 Termine zur Einschläferung. ABER wir bekamen immer nochmal die Kurve und überzeugten die Ärzte.
Die Metastasen blieben bisher aus und eine Entzündung ohne resistente Keimbildung, ist doch kein Grund zu gehen oder :-) doch letztlich stehen wir auch jetzt wieder vor einer Herausforderung.
Starke Bauchschmerzen bis hin zum umfallen. Kein Wunder bei den ganzen spritzen und Tabletten am Tag.
Ich spritze ihn 5x täglich und gebe ihm 7 Tabletten am Tag. Alles in zeitlichen Abständen bis in die Nacht.
Ein Familienleben ist fast unmöglich, denn gleich klingelt schon der nächste Wecker zur Tablettengabe und dann müssen wir am Hund sein.
Und trotzdem will Er, will Ich, wollen wir Uns als kleine Familie.
Aktuell gibt es keine Diagnose die dagegen spricht und die gerade angefangene Physiotherapie bringt bereits Erfolge.
Allerdings sind die Mittel seit der Komplikationen und den daraus entstandenen Folgen ausgeschöpft und die Tragweite nicht vorhersehbar gewesen. Die jetzt regelmäßigen Vorstellungen beim Tierarzt sowie die ganzen fortlaufenden Medikationen und der nun angefangenen Physiotherapie sind jetzt nicht mehr tragbar.
Und die Angst beginnt zu wachsen, wenn man das alles geschafft hat zu überstehen und jetzt das Größte Problem nicht mehr darin besteht, den Krebs zu bekämpfen, sondern die Mittel fehlen um die Lebensqualität aufrecht erhalten zu können.