Maja, meine treue Begleiterin seit 10 Jahren ist schwerkrank. Um die weiteren Behandlungen bezahlen zu können brauchen wir mindestens 2.000 Euro, sehr wahrscheinlich eher 4.000 Euro. Das entscheidet sich nach dem CT, das mit Arztgespräch und Untersuchung ca. 2.000 Euro kosten wird...
Alles fing an im Oktober - wir dachten sie hätte einen Wespenstich im Nasenloch. Als dieser aber nicht verschwand und sogar wuchs, fuhren wir zum Tierarzt - es folgte eine 2-wöchige Antibiose. Nach 10 Tagen fuhren wir wieder zum TA - "es" wuchs und fing an zu riechen. Nun die richtige Vermutung: Plattenepithelkarzinom. Noch am selben Abend schickten wir alles an die Tierklinik Hofheim, die auf diesem Gebiet führend sind in Deutschland. Beim Termin kam raus, dass zwar weder das Plattenepithelkarzinom, noch die kleinen Gnubbel in der Milchleiste (die bald entfernt werden sollten) gestreut hatten. Trotzdem war der Tumor bereits so groß, dass wenig Erfolgschancen bestanden. Es müsste die komplette Nase entfernt werden, mit den Lefzen ein Luftschlitz konstruiert werden und selbst bei so radikalem Vorgehen wäre nicht klar ob er ganz entfernt werden könnte. Wir vereinbarten einen Op Termin (leider war erst 2 Wochen später ein Termin frei) und grübelten und grübelten. Empfehlung der Ärztin war: Erst Entfernung des größten Gnubbels in der Milchleiste (bei einem Tierarzt in unserer Nähe) und dann vom Ergebnis abhängig machen ob die Nasen-Op sinnvoll ist. Gesagt, getan. Leider lief die ja eigentlich sehr kleine Op (Mamma-Tumor hatte die Größe einer Weintraube) gar nicht gut. Es kam zu einer Nachblutung, was eine 2. Op erforderte. Maja erholte sich, der Tumor war gutartig und wir entschieden uns nach vielen Gesprächen mit den Ärzten zu der Nasen-Op. Maja würde trotzdem noch riechen, schwimmen, spielen können und allgemein ein ganz normales Hundeleben führen. Maja musste 2 Tage stationär bleiben und wir bangten. Leider entzündete sich die Wunde des Mamma-Tumors so stark, dass nochmal operiert werden musste. Wir verzweifelten so langsam, konnten Maja dann aber endlich abholen und aufpäppeln. Die gute Nachricht erreichte uns wenige Tage später: Die Nasen-Op verlief gut. Der Tumor konnte komplett entfernt werden, am Tumorrand wurden keine bösartigen Zellen gefunden und wir sollten 3 Monate später zur Kontrolle kommen.
Alles sah super aus - bis es nicht mehr super aussah. Ein Teil der fast verheilten Narbe ging auf und der Anblick war schrecklich. Vor Ort konnte uns niemand helfen, uns nur den Grund nennen - ein multiresistenter Keim war der Übeltäter. Nun also noch mehr Hygienemaßnahmen, um unser Baby zu schützen und gleichzeitig musste Maja immer im Blickfeld sein (alles gar nicht so einfach in einem Tiny-House…). Wir harrten einige Tage so aus bis endlich ein Termin in Hofheim frei war. Also wieder 6 Stunden Fahrt und noch eine Op. Die Naht wurde wieder vernäht und diesmal heilte alles super. Nun hatten wir einen ganzen schönen Monat ohne Halskrause, ohne Bangen und Sorgen. Maja blühte auf, verhielt sich ganz normal. Sie putzte nach dem Essen wieder den Bart ihres Sohnes sauber, wälzte sich im Matsch, lief wieder große Spazierrunden mit und wirkte sehr erleichtert sich wieder frei bewegen zu können.
Leider bemerkten wir letzte Woche einen geschwollenen Lymphknoten und mein Gefühl bestätigte sich: Metastasen des Plattenepithelkarzinoms. Da diese Tumorart so gut wie nie streut und der Tumor ja auch komplett entfernt wurde, ist wahrscheinlich bei der Op eine Zelle in die Blutbahn durchgedrungen, so die Einschätzung der Tierärztin. Woran auch immer es lag, nun stehen wir vor der nächsten schweren Entscheidung. Die Empfehlung wäre noch ein CT und falls nur der eine Lymphknoten betroffen ist, eine schnelle Entfernung dessen. Zwar würde ich ihr natürlich gern jede weitere Op ersparen, allerdings kann ich auch nicht einfach nichts machen und sie „ins offene Messer“ rennen lassen.
Leider zahlen wir derzeit monatlich noch 5.000 der insgesamt 8.000 Euro ab, die bisher an Behandlungskosten angefallen sind und wissen nicht wie wir die 1.500 für ein weiteres CT und ca. 2.500 für eine weitere Op und Behandlungskosten aufbringen sollen.
Man merkt Maja kaum etwas an und Außenstehende würden vermutlich denken, dass es ihr super geht. Umso schwerer fiele die Entscheidung sie nicht weiter zu behandeln… Sie ist immernoch genauso loyal und freundlich wie die kleine Maja, die ich vor 10 Jahren in mein Herz schloss…
Mit 15 fing ich an bei ihrer Züchterin mitzuhelfen, ging mehrmals die Woche mit den Hunden durch Wald und Feld, bildete einige von ihnen aus, fuhr mit ihnen zu Wesenstest und Begleithundeprüfungen und half bei Geburten. In eine Hündin verliebte ich mich besonders: Raja, Majas Mutter. Ich konnte nicht anders als einen Welpen von ihr zu übernehmen, auch wenn ich doch eigentlich kein Fan des Züchtens war... Grade 18 geworden, entschied ich mich aber für einen Welpen von Raja. Schon tagelang lagen meine Klamotten neben meinem Bett, bereit zum „reinspringen“. Um 4 Uhr nachts dann der Anruf „Es ist schon ein Welpe da, komm schnell dazu“. Ab aufs Fahrrad und als ich grade in die Tür kam, wurde Maja geboren – „Das ist meine!“, hörte ich mich rufen, selbst etwas erstaunt von meiner Bestimmtheit. Im nächsten Satz ruderte ich zurück und sagte „also wenn es eine Hündin ist und am besten auch noch die dunkelste“. Sie war eine Hündin und auch die dunkelste. Nach 8 Wochen holte ich sie zu mir, ein sehr weicher Übergang, denn sie sah ihre Mutter noch sehr oft. So fing unsere gemeinsame Reise an, die noch so manche Abenteuer bereithielt...
Nach dem Abi stand fest: Ich möchte als Au-Pair nach Spanien – selbstverständlich mit Maja. Ich fand genau eine Familie, bei der sie nicht hätte im Zwinger oder der Garage leben sollen, sondern genauso wie ich es mir wünschte und so fuhren wir ins Baskenland. Wir wanderten so viel wie noch nie und hatten ein tolles Jahr.
Wir liefen viele Etappen des Jakobsweges, schliefen in einem 1 Person Trekking Zelt oder „heimlich“ in Herbergen („aber nur wenn sie nicht bellt und sie darf niemand sehen, sonst kriegen wir schlechte Bewertungen“).
Das WG Leben der Studienzeit, das erste Weihnachten bei den hundescheuen Großeltern, deren Ursprungsidee die gesamte Wohnung mit Malervlies auszukleiden sich dann bald zu einem „Maja ist DER Beste“ wandelte… Urlaube, Stadt, Land und am liebsten Fluss, verschiedene Hofgemeinschaften, die Bauphase unseres Tiny Houses, all die Hunde von Freunden und Bekannten (und deren Freunden und Bekannten), auf die ich im Laufe der Zeit aufpasste, der Tod meiner Katze, die mich 21 Jahre begleitet hatte… die Geburt ihrer 3 Welpen, die Geburt unseres Sohnes – alles meisterten wir zusammen.
Nun müssen wir diese schwere Zeit irgendwie meistern und es ihr so angenehm wie nur irgend möglich machen. Maja ist eine Kämpferin und würde gerne noch in verschiedensten Gewässern dieser Erde planschen.
Wir bedanken uns für jeden einzelnen Cent und senden matschige Retrievergrüße!