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Von der Ballerina zur unproportionierten Frau


Alles hat einen Anfang, aber ich hoffe, das hier hat ein Ende...

Als ich klein war - ich muss 6 Jahre alt gewesen sein - fing ich leidenschaftlich mit dem Balletttraining an. Ich war immer zierlich und sehr schlank, weshalb ich lange Zeit in der Kinderabteilung einkaufen gehen musste, obwohl Freundinnen bereits erste Einkäufe in der Abteilung für Heranwachsende machten.

Die Pubertät schlich sich ohne Vorankündigung an und war plötzlich da. Und mit dieser kam auch ein weiterer Wegbegleiter mit. Das Lipödem. Der prägendste Moment, bei dem klar war "etwas stimmt hier nicht", war als ein Outfit für eine offizielle Veranstaltung gekauft werden musste. Ich erlitt einen starken Heulkrampf in einer Umkleide, während meine Mutter und die Verkäuferinnen draußen warteten und sagten "es sei doch gar nicht so schlimm" und "so ist es eben in der Pubertät - da nimmt man eben etwas zu". Das hat nicht geholfen, wie du dir sicher denken kannst.

Ich hörte mit dem Ballett aufgrund meines Unwohlseins auf und vermisse diesen Sport bis heute.

Jahre vergingen und ich versteckte mich hinter Hoodies - man war sowieso in der Pubertät und super cool.

Der erste große Schub kam durch einen stehenden Job im Einzelhandel. Alles drückte und tat weh. Meine Jogginghose die ich mir mit den größer werdenden Schmerzen holte, konnte ich mir nach der Schicht von der Haut pellen und selbst dann noch, hatte ich Abdrücke dieser weichen Hose.

Ein erster Besuch beim Phlebologen erfolgte. Ich fühlte mich nicht ernst genommen. Was aber eher daran lag, dass ich mich nicht ernst nahm. Jetzt 2 Jahre später lese ich den Bericht und denke mir - er hat mich ernst genommen.

Nun bin ich 25 Jahre alt. War in den vergangenen Jahren 1 Mal am Strand und habe ich mich zutiefst geschämt. Alle Familienurlaub in warmen Gebieten habe ich, soweit es möglich war, drinnen verbracht...

Ich hoffe in den nächsten Jahren zu heiraten und Kinder zu bekommen. Ich will keine Schmerzen mehr haben und davon in der Nacht aufzuwachen. Ich will Bilder anschauen ohne unglücklich darauf zu wirken. Ich will mein Essverhalten nicht dauernd ungesund reduzieren, obwohl das gar nicht nötig ist. Ich will, dass mein Sport für den ich so viel tue, sichtbar ist. Ich will mutig und glücklich sein.

Der erste Schritt ist jetzt: ich sage es ganz offen und direkt und will dieses und nächstes Jahr 2021/2022 zu meinem Befreiuungsjahr machen! Mit deiner Hilfe!



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