Vielleicht die letzte Reise

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Diesen Schritt in die Öffentlichkeit zu gehen, wird von Angst und Scham begleitet und während ich diese Zeilen so schrieb, erlebte ich ein Wechselbad der Gefühle. Es flossen unendlich viele Tränen und es verging auch einige Zeit bis zur Veröffentlichung. 

Aber ich machte mir bewusst, warum ich das mache – und deshalb stelle ich mich meiner Angst.

Es liegt mir auch fern, einen Wunschbetrag einzugeben, denn jeder Cent ist ein Stück zum Glück. 🍀

Auch habe ich nicht das soziale Umfeld und bin nicht in sozialen Medien registriert (auf Grund schlechter Erfahrungen), um diese Aktion großflächig zu teilen. Ich hoffe dennoch, dass uns jemand hilft.


Eigentlich weiß ich auch gar nicht so recht, wo ich anfangen und aufhören soll. Ich versuche mich kurz zu halten. Solltet ihr noch Fragen haben, schreibt mich einfach an.

 


Ich bin 42 und seit nunmehr fünf Jahren EU-Rentnerin (wird mit Sozialhilfe aufgestockt, um Miete bezahlen zu können) auf Grund eines BurnOut mit Depressionen und sollte es jemanden geben, der mich (persönlich) kennt und dieses liest, wird es wohl kaum glauben. Aber genau das ist es, was diese Krankheit ausmacht und viele nicht verstehen. Denn mein Krankheitsbild ist nicht sicht- und greifbar. Ich gehe damit auch nicht hausieren, weil es mir einerseits peinlich ist und ich es andererseits leid bin, einen „Seelen-Striptease“ hinzulegen. Für viele ist es immer noch ein Tabu-Thema, weil man vieles weder verstehen, noch nachvollziehen kann.

Auch, wenn inzwischen selbst „Promis“ mit dieser Krankheit in die Öffentlichkeit gehen, wird man doch von vielen belächelt, nicht ernst genommen und als „Spinner“ abgestempelt. Und dann weint man leise und vertraut sich nur noch dem Therapeuten an.

Ich glaube, das kann nur jemand, der selbst davon betroffen ist. 

Letztes Jahr wurde bei mir zudem noch Asthma diagnostiziert und seit Corona ist sowieso alles anders. Panik- und Angststörungen sowie eine soziale Phobie begleiten mich.

Ich selbst hätte nie gedacht, einmal davon betroffen sein zu können und es war auch eher ein schleichender Prozess – aber irgendwann kam der Punkt, an dem ich nicht mehr konnte. Und genau da war sie da: Meine Lebensretterin auf vier Pfoten. Ohne sie hätte ich so manche Hürde weder angepackt, noch geschafft. Ohne sie hätte ich mich immer weiter vergraben und ja, vielleicht auch mehr. Aber dieses kleine Wesen hat mir gezeigt, dass ich sie nicht alleine lassen kann. Dass ich genauso auf sie aufpassen muss, wie sie auf mich achtet. Dass ich Verantwortung für sie habe und sie genauso wenig ohne mich kann, wie ich ohne sie. Sie hat es gesundheitlich auch alles andere als leicht, aber sie zeigt mir, wie man trotz Krankheiten Lebensfreude haben und Liebe geben kann. Sie ist mein Fels in der Brandung, mein Halt und mein Sonnenschein.

Seit nunmehr neun Jahren ist sie an Morbus Addison erkrankt und auch ein Trachealkollaps begleitet sie seit vielen Jahren. Probleme mit dem Bewegungsapparat (Bandscheibenvorfall sowie verschiedene OPs Ellenbogen und Knie) und der Bauchspeicheldrüse sind lästige Nebenwirkungen; auch auf Grund der jahrelangen Gabe von Cortison, auf das sie wegen dem Addison nun mal dringendst angewiesen ist. Aber es kam und es kommt für mich niemals in Frage, sie allein zu lassen.

Es ist für mich immer oberste Priorität, dass sie in jeglicher Hinsicht versorgt ist. Bevor ich mir etwas zu essen kaufe, stelle ich sicher, dass ihre Medikamente da sind. Dass genug Futter inkl. Zusätzen da ist, dass sie zur Physiotherapie kann.

Auf Grund ihrer Autoimmunkrankheit war es mir leider nicht möglich, eine Krankenversicherung für sie abschließen.


Mir ist bewusst, dass das viele Menschen nicht nachvollziehen können und Sprüche klopfen, wie:“Es ist doch nur ein Hund.“ Nein, sie ist eben nicht nur ein Hund. Sie ist mehr und letztendlich hat SIE mir mein Leben gerettet und niemand anders. Wir haben nur uns. Wobei das „nur“ völlig fehl am Platz ist – denn dass wir uns haben, ist das größte Geschenk überhaupt. 💕

Unsere letzte Auszeit war 2014 für vier Tage an der Ostsee und es war schon immer mein Traum, einmal mit ihr an die Nordsee oder in die Berge (Berchtesgadener Land) zu reisen. Ich sparte für einen Urlaub mit dem Wohnmobil – aber dann wurde ich krank und es kamen finanzielle Hürden auf mich zu, die ich nur mit dem Ersparten überwinden konnte.

 

Nun ist sie schon 12 und unsere gemeinsame Zeit rennt uns davon. Ich weiß nicht, wann ich je wieder arbeiten gehen und Geld für diesen Traum zurücklegen kann.......und das zerreißt mir das Herz. Ich möchte diese Reise mit IHR machen.

Kennt ihr das Gefühl, wenn ihr von etwas träumt und genau wisst, mit wem ihr das erleben wollt? Genauso geht es mir mit meinem Traum und ich habe eine Scheiß Angst davor, dass ich es nicht mehr schaffe. Keiner weiß, wie lange wir uns noch haben – denn Morbus Addison wird auch „The great pretender“ genannt. Und ich möchte das gern mit ihr erleben, so lange sie das noch aktiv genießen kann. Damit wir Beide dem Alltag entfliehen und endlich mal wieder atmen und leben können. Kraft tanken und einfach eine unfassbar schöne Zeit zusammen haben. 

Mir ist bewusst, dass gerade jeder irgendwie sehen muss, dass er mit dem A.... an die Wand kommt und überall nach Spenden gerufen wird – aber auf ein Wunder hoffen und es mir wünschen, das tue ich dennoch. 🍀

Alles Liebe für euch.

Manja mit ihrer Lebensretterin LARA



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