Hilfe für krebskranke 3fach Mutter

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Wenn das Leben zu kurz wird, braucht es viele schöne Erlebnisse.

In letzter Zeit kommt mir immer wieder der Titel "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" in den Sinn. Denn so fühlt es sich gerade an.

 

Womöglich mag es abgedroschen klingen, aber nun tatsächlich einen Spendenaufruf zu starten, fühlt sich merkwürdig an.

Sicher, wir haben nichts zu verlieren, oder doch? 

In diesem Augenblick wissen nur wir von unserem Schicksalsschlag, der eigentlich viel weniger meiner ist, als der meiner Schwägerin Melli.

Vor Monaten flatterte die Eigenbedarfskündigung ins Haus. Melli, Michi und ihre drei Kinder, alle im Schulalter, mussten nach 15Jahren "ihr" Haus räumen. Sicher mit deutlich mehr als 3 Monaten Kündigungszeit sollte sich doch etwas finden lassen - wohnortsnah, bezahlbar, mit ausreichend Platz auch für die beiden kleinen Hundesenioren.

 Lang gefehlt. Selbst "vor Corona" konnte man nur schwer etwas finden, also musste der Umkreis vergrößert werden.

Ein schwieriger Schritt für die Kids, aber es blieb nichts anderes übrig.

Der Verlust war für sie alle schmerzhaft, aber immerhin würde ihnen der Noch-Vermieter keine Steine in den Weg legen, sollten sie entfernter doch früher etwas finden. Zumindest eine Sorge weniger, glaubten alle.

Juhu, das Schicksal meinte es gut. Ich hatte nur einen Aushang im Discounter in unserer Nähe ausgehangen und es ergab sich etwas. Sie konnten die alte Heimat räumen und ein neues Zuhause beziehen.

Schade nur, dass ihrem nun Ex-Vermieter sein mündliches Versprechen entfallen ist, er bestand auf eine ordentliche Kündigung und die dafür fälligen 3 Monatsmieten.

Krawumms. Das muss man erstmal aufbringen können.

Irgendwie wurden diese dann letztlich zusammen gespart und das Kapitel schmerzlich abgeschlossen.

Neue Heimat - neues Glück.

So war der Plan.

Vorweg, Melli ist immer eine starke Frau gewesen, Schmerzen wurden ausgehalten und ertragen, aber nicht bejammert - sowohl die seelischen als auch die körperlichen.

Mit dem Umzug wechselte sie nach und nach ihre Ärzte, um nicht immer erst Kilometer weit fahren zu müssen.

Frauenarzt. 

Krawumms. Befund auffällig für Gebärmutterhalskrebs.

Hausarzt.

Schmerzen. Blut. Wohl Hämorrhoiden, also folgt in diese Richtung die Behandlung.

Lange.

Wie bereits erwähnt, ist Melli eine tapfere Frau. Schmerzen erträgt man, bekundet sie nicht übermäßig.

Mittlerweile ging Covid rum. Ihre Schmerzen wurden nun jedoch unerträglich und sie wusste nicht wie sie sitzen, liegen oder zur Toilette gehen sollte.

Notaufnahme 1. 

Krawumms.

Der untersuchende Arzt fühlte etwas, definitiv keine Hämorrhoiden, aber man könnte sie nicht aufnehmen.

Alle Betten belegt, einen Termin könne man ihr in 2 Wochen anbieten.

Nun kam zu den Schmerzen auch Angst, denn irgendetwas war in ihr, das dort absolut nicht sein sollte.

2 Wochen warten? Keine Chance! Ab ins nächste Krankenhaus.

Notaufnahme 2.

Melli wurde untersucht und endlich aufgenommen. Gefühlt dauerte es eine Ewigkeit, in der wir nichts wussten und sie nur von 2 Personen abwechselnd für ein paar Minuten besucht werden durfte.

Unnötig zu erwähnen wie sehr ihre Kinder darunter gelitten haben.

Untersuchung hier - Test da.....

Krawummswummswumms!

Diagnose: Plattenepithelkarzinom am Enddarm

Tennisball groß, Krebs im Endstadium,

Patientin 44 Jahre, also mitten im Leben.

Der Arzt im Krankenhaus holte weitere Meinungen und Erfahrungen ein, traute sich selbst jedoch nicht daran. 

In Essen in der Spezialklinik sei sie besser aufgehoben, Münster wäre zwar näher gewesen, aber wohl auch dort alles belegt.

Immerhin wussten die Ärzte in der Essener Uniklinik schon Bescheid über ihren Befund, als Melli sich auf den Weg machte. Michi fuhr sie natürlich zur Klinik, mit gepackten Koffern, durfte selbst aber nicht mit hinein. Melli war natürlich regelmäßig getestet auf Covid.

Fortsetzung:

In der Essener Klinik hatte es schon etwas von einem Vorsprechen, 3 Ärzte und Melli. Es wurden Informationen aus der Krankenakte besprochen, überlegt, debattiert und Melli schließlich mit einer Schwester ins Nebenzimmer geschickt. Ein Zugang sollte gelegt werden.

Doch es kam wiedermal anders. Ein Wort gab das andere und letztlich teilte ihr einer jener Ärzte mit, dass man sie doch nicht aufnehmen könne. Es war ihm selbst ein Rätsel, wie man sie nun gehen lassen könnte, dennoch blieb ihm nichts anderes übrig.

Sie würden sich in ein paar Tagen melden, sobald etwas frei wird, mit Schmerzmitteln sollte sie die Zeit bis dahin überstehen und bei zu großem Blutverlust in eine Notaufnahme fahren.

Zuhause war niemand darauf eingestellt gewesen, dass Melli an diesem Tag wieder mit zurück kommen wird. Gefühlsmäßig war es eine stetige Achterbahnfahrt, einerseits war man froh sie noch in der Nähe zu haben, andererseits wissen wir, dass schleunigst irgendetwas getan werden musste.

Die Tage vergingen und Essen meldete sich nicht. Ein wenig Verzweiflung machte sich nun bei allen breit, scheinbar fühlte sich niemand verantwortlich, hatte man sie etwa vergessen?

Nachdem Mellis Schmerzen nun auch mit den üblichen Schmerzmitteln kaum noch zu unterdrücken waren, beschloss sie direkt nach Essen in die Notaufnahme zu fahren. Dann wäre sie zumindest schoneinmal vor Ort und die Spezialisten müssten sich dann endlich kümmern.

Doch weit gefehlt, die Tortur der langen Autofahrt war für die Katz.

Sie wurde abgewiesen! Essen ist für sie nicht zuständig.

Das saß!

Tumor Tennisball groß, nekrotisches Gewebe, Blutverlust, Schmerzen, aber nein hier ist man nicht für sie zuständig. Das wäre eine Klinik in Wohnortnähe.

Unnötig zu erwähnen, dass ab hier wirklich alle in Mellis Umfeld leicht panisch wurden und regelrecht neben sich standen.

Irgendwie schafften sie es, als sie wieder Zuhause waren, für Melli in Bocholt einen Platz zu finden.

,,Wir kümmern uns jetzt um sie.'' Was für ein schöner Satz. Endlich.

Es war Dezember. Der Darmausgang wurde verlegt, nach einer Regenerationszeit nach der OP konnte es los gehen. 

Melli bekam die 1.Chemo und verpackte diese wirklich sehr gut, eine große Erleichterung für uns und auch für sie, denn bis auf viele einzelne Haare verlor sie nichts.

Die anschließende Strahlentherapie wurde jedoch schnell schmerzhaft, aber sie stand sie durch.

Was nun folgte waren die längsten und schlimmsten Wochen, denn man konnte rein gar nichts machen. Nur warten, warten auf die kommenden Untersuchungen. 

Für die Reha hatte Melli sich die Ostsee ausgesucht, jedoch nun lieber einen Ort ganz nah bei ihren Kindern gewählt, wenn sie noch die Möglichkeit bekommen hätte. 

Aber auch diese 3 Wochen gingen vorbei, Zeit um nachzuschauen, was aus dem Tumor, den sie nicht operieren konnten, geworden ist.

Halleluja!

Er ist weg, tatsächlich weg! Unglaublich! 

Die Überlebenschance von 60 Prozent hat sie ja Mal sowas von ausgenutzt!

Hurra hurra hurra!

Es kam sogar noch besser, zum Jahresende hin, könnte man schauen, dass man den Stoma wieder zurück legt. Hätte sie schon die Kraft gehabt, Melli wäre bestimmt 2 Meter hoch gesprungen.

Aber, mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 Prozent, kommt der Krebs wieder. Wann und wo könne man aber nicht sagen. 

Dieser Fakt trübte die positive Stimmung zwar ein wenig, aber wir glaubten, dass dies sicher erst in ein paar Jahren eintraf.

Wie sehr wir uns verschätzten, sollte die erste Krebskontrolle nach 3 Monaten zeigen.

...In Kürze erzähle ich weiter...

Vielen lieben Dank an alle Interessierten.

 



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