Hilfe für Hinterbliebene statt Rolli Auto

Hilfe für Hinterbliebene statt Rolli Auto | Spenden sammeln
 
 

Update:

Leider ist Benjamin am 26.12.23 verstorben. Trotz dem Bewusstsein, dass er durch seine Erkrankung eine verkürzte Lebenszeit hat, kam sein Tod jetzt doch recht plötzlich. Benny wollte seinen im Januar anstehenden Geburtstag nochmal richtig feiern und wir wollten eigentlich nochmal in den Urlaub fahren, einfach nochmal schöne Momente sammeln und ihm noch Spaß am Leben bieten. Leider kam nun alles anders.....

 

Ich als Ehefrau bedanke mich für die bereits eingegangen Spenden, welche ich nun zwar, anders als ursprünglich geplant, für die finanziellen Aufwendungen seiner Beisetzung nutzen und die laufenden Lebenskosten zu decken, bis alle Formalitäten geklärt sind. 

Die Lücke die mein Mann in meinem Leben hinterlässt ist nicht mit Geld aufzuwiegen, aber er hätte nicht gewollt, dass ich durch seinen plötzlichen Tod in finanzielle Nöte gerate, welche mich davon abhalten in Ruhe und angemessener Zeit trauern zu können.

 

Gebürtiger Bamberger braucht Hilfe!

Hallo liebe Spenderin, lieber Spender,

mein Name ist Benjamin und ich freue mich, dass Sie mein Projekt gefunden haben und sich dafür interessieren. Ich bin 39 Jahre alt und von Geburt an schwerbehindert. Mittlerweile gehört ein Elektrorollstuhl als Fortbewegungsmittel fest zu mir. Trotz meiner Behinderung war es mir möglich, eine Ausbildung zu absolvieren und meinen Beruf als Mediengestalter auszuüben.

Im Zuge der Ausbildungszeit ermöglichte mir das Arbeitsamt den Führerschein und ein speziell für mich umgebautes Fahrzeug, mit dem ich zunächst selbst fahren konnte.

Zusammen mit meiner Frau waren so auch Urlaubsfahrten möglich. 2014 bekam ich eine schwere Lungenentzündung, die auch mehrfach reanimationspflichtig war. Mit der Zeit konnte ich mich zwar erholen, doch meine geschwächte Lunge wirkt sich ausdauermäßig leider auch auf meine Fahrtauglichkeit bei längeren Strecken aus. Da mein Auto nicht dafür ausgelegt ist, mich als Bei-/Mitfahrer zu transportieren (fehlende Sicherungsmöglichkeiten), können wir es für längere Fahrten nicht mehr nutzen. Natürlich haben wir überlegt, ob meine Frau mein Auto auf längeren Strecken fahren kann, es scheitert aber an der Sicherung für mich im Rollstuhl.

Eine Zeit lang haben wir bei einem Autohaus in unserer Nähe für Urlaube, längere Ausflüge oder Familienbesuche (die Familie meiner Frau lebt ca. 500 km entfernt und kann sie aktuell nur alleine besuchen) stets deren bereits umgebauten VW Caddy Maxi ausgeliehen, bei dem ich mit dem Rollstuhl von hinten reinfahren und dann auch gesichert werden kann. Das Ganze hat für uns jedoch stets einen finanziellen Mehraufwand zur Folge. Aktuell kommt noch hinzu, dass der Caddy Maxi beim Autohaus nicht mehr mit Automatik-Getriebe zur Verfügung steht, meine Frau jedoch nur mit Automatik fahren kann. Abgesehen von Urlaubsfahrten sind leider auch keine spontanen Tagesausflüge oder Kurztrips möglich, da man alles weit im Voraus planen und anmelden muss - das bezieht sich sowohl auf eine Ausleihe im Autohaus als auch auf die Nutzung eines Behindertenfahrdienstes. Gerade am Wochenende oder Feiertagen ist es extrem schwer jemanden zu finden, der Dich zuverlässig von A nach B fährt und wo der Fahrer dann auch noch Zeit überbrücken müsste, die uns ja auch in Rechnung gestellt würde.

Daher ist es für uns wichtig, ein eigenes behindertengerecht umgebautes Fahrzeug zu haben, um weiterhin gemeinsam unsere Freiheiten genießen zu können.

Warum ein Caddy Maxi (oder ein vergleichbares Modell)? Das ist einfach erklärt. Erstens hat sich aufgrund der Lungenentzündung und der damit einhergehenden Verschlechterung der Lungenfunktion die Anzahl meiner Hilfsmittel (Beatmungsgerät für die Nacht, Sauerstoffkonzentrator für die Nacht und seit kurzem auch ein mobiler Konzentrator für tagsüber) erhöht. Zweitens haben wir auch einen Hund, den wir natürlich ebenfalls gut gesichert mitnehmen möchten und Drittens benötigt auch das normale Gepäck etwas Platz.

Warum brauchen wir finanzielle Hilfe? Weder ich (aufgrund meiner Behinderung) noch meine Frau (Pflegeperson) können in Vollzeit arbeiten, was das Ansparen von Geld fast unmöglich macht. Da bereits der Umbau, wenn er nachträglich durchgeführt werden muss, mehr als 10.000 Euro kostet, ist uns ein Neuwagen nicht wichtig. Verschiedene Autohäuser bieten auch bereits umgebaute Fahrzeuge an, jedoch übersteigen die Preise auch hier bei weitem unsere finanziellen Möglichkeiten.

Jede noch so kleine Spende hilft uns dabei, dem Caddy ein Stück näher zu kommen. Wir bedanken uns bereits jetzt bei Ihnen für Ihre Unterstützung!

Benjamin Strüh
07-11-2023

Im Zuge der Augen-OP wurden natürlich auch Bluttests durchgeführt, die dann direkt zum nächsten, viel größeren Problem geführt haben: Meinem Herzen! Im Blut wurde eine rapide nachlassende Herzleistung erkannt. Diesem Umstand hätte ich nach Vorgabe meines Hausarztes nach meiner Augen-OP auf den Grund gehen lassen sollen und wollte das auch tun.

Allerdings kam ich nicht mehr dazu: Samstagabend beim Fernsehschauen bemerkte meine Frau, dass ich komplett weggetreten war und weder auf ihr Ansprechen noch auf Schmerzreize reagiert habe. Als Folge blieb nur der Rettungsdienst und es ging für mich erneut ab ins Krankenhaus... Dort erstmal direkt auf die Intensivstation, wo alles zur Stabilisierung unternommen wurde. Nachdem es mir aber schon auf dem Weg ins Krankenhaus wieder besser ging, war ich zwar schnell wieder stabil, aber der Grund für mein plötzliches "absacken" musste noch ermittelt werden.

In einer Woche auf Intensivstation wurde über Entwässerung und Zugabe von Flüssigsauerstoff alles versucht, um das Herz zu entlasten. Das Entwässern hat auch  die gewünschte Wirkung gezeigt, der Sauerstoff konnte meine schon seit Jahren sehr niedrige Sättigung nicht anheben, geschweige denn konstant hoch halten - egal bei wieviel Litern pro Minute! Ohne Sauerstoffzugabe über 24/7 geht nun leider aber nichts mehr, da meine Sättigung ansonsten binnen kürzester Zeit komplett abrauscht...

Obwohl es sich bis hierher zwar so liest, dass es sich um ein Lungenproblem handeln könnte, wurde in der zweiten Krankenhaus-Woche auf Normalstation klar erkannt, dass das Herz das eigentliche Problem ist, weshalb es für mich aus Bamberg direkt nach Würzburg weiter ging, wo mittels Rechtsherzkatheter ein schwerer Lungenhochdruck diagnostiziert wurde. Dieser kann zwar medikamentös behanelt werden, ist jedoch unterm Strich unheilbar und verkürzt meine Lebenserwartung extrem, da das Herz rechtsseitig deutlich mehr arbeiten muss und daher bereits stark vergrößert ist.

Einzig ungeklärt ist noch die Frage, welchen "Umweg" das Blut in meinem Körper nimmt und dadurch nicht in der Lunge mit Sauerstoff angereichert werden kann. Hierzu haben die Ärzte zwar Vermutungen, die dazu notwendigen diagnostischen Untersuchungen sind oftmals aufgrund meiner Körperbehinderung aber nicht durchführbar...

Für Zuhause wurden mir jetzt durchgehend fünf Liter Sauerstoff pro Minute tagsüber verordnet und ich habe einen großen 45-Liter-Tank erhalten. Um das letzte bisschen Mobilität weiter gewährleisten zu können, wurden mir zusätzlich zwei Mobilteile zur Verfügug gestellt. Frisch aufgefüllt, reicht ein Mobilteil allerdings max. für 3,5-4 Stunden. Daher müssen wir stets beide Mobilteile, die nur in stehender Position transportiert werden dürfen, im Auto mitführen, was nochmal Extra-Platzbedarf bedeutet.

 

Was wir in diesen akuten Notsituationen auch festgestellt haben: Es gibt zwar Behindertenfahrdienste und/oder -taxis, die einen mittels Krankentransport zu den Ärzten fahren, braucht man so etwas aber kurzfristig, hat man keine Chance und steht zu oft auf verlorenem Posten.

Da meine behandelnden Ärzte mich bzw. uns schon vorgewarnt haben, dass kurzfristige Arztbesuche in Zukunft öfter vorkommen können, sind wir, was die Anschaffung eines behinderten gerecht umgebauten Fahrzeugs angeht, echt langsam etwas verzweifelt.

Wir sind erst einmal auch mit einem "Gebauchten" zufrieden, wenn dieser noch in einem guten Zustand ist.


Benjamin Strüh
07-11-2023

Im bisherigen Verlauf dieser Spendenaktion sind bei mir leider ein paar Verschlechterungen eingetreten: Zum einen habe ich Mitte Oktober im rechten Auge, meinem ohnehin mit nur noch zehn Prozent Sehkraft ausgestatteten schwächeren Auge, einen zentralen Venenverschluss erlitten. Mein Auge ist über Nacht extremst zugeschwollen und hat dann den ganzen Tag zum Abschwellen gebraucht. Aufgrund meiner stark verminderten Sehkraft konnte ich den mit dem Verschluss einhergehenden, ansteigenden Augendruck nicht spüren, weshalb ich mein rechtes Auge fast komplett verloren hätte. In einer kurzfristig angesetzten Not-OP wurde das Auge gelasert und die Vene verödet. 

Durch den stark gestiegenen Augendruck (meiner lag bei 50, normal ist 10-20) hat meine Sehkraft nochmal einen irreversiblen Schaden genommen, wodurch mein weiterhin selbstständiges Autofahren - auch innerorts - unrealistisch geworden ist.


207 Spenden
€ 12.450,00
Ziel: € 20.000,00
62%