Die 2. Chance.... mein Leben nach dem Überleben

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Hallo, mein Name ist Nicole und es ist mir nicht leicht gefallen die innere Angst vor dem so offenen Teilen meiner Geschichte zu überwinden - aber ohne Eure Hilfe schaffe ich es nicht die 2. Chance auf mein Leben wahr werden zu lassen.....

Mein "erstes Leben" begann vor 45 Jahren als Wunschkind mit einer schönen, für mich glücklichen Kindheit bis zur Trennung meiner Eltern. Der anschließende Kampf innerhalb der Familie mit der neuen Situation zurecht zu kommen war nicht einfach, der sexuelle Mißbrauch durch meinen Stiefvater, der im Alter von 10 Jahren angefangen hat und über den Zeitraum von 6 Jahren ging - in denen er mich auch regelmäßig an andere Männer "verkauft" hat, begleitet von extremer körperlicher und psychischer Gewalt - hat mich vollkommen aus dem Leben gerissen und mich vor Herausforderungen gestellt die in Worten nur sehr schwer zu beschreiben sind.

Es war ein Doppelleben von dem keiner erfahren durfte. Nach außen eine intakte, glückliche Familie und für mich, im Hintergrund, mein größter Alptraum. Jeden Tag vortäuschen, lügen, verstellen, mich schuldig, schmutzig und ekelig fühlen, ständig in der Angst vor dem was passiert, immer so tun als wäre alles in Ordnung, gegenüber meiner Familie, den Bekannten und meinen Freunden, aus der puren Angst heraus nicht mehr geliebt, verachtet und verstoßen zu werden sollte die Wahrheit über den Missbrauch jemals herauskommen und ständig unter dem Druck und der Manipulation meines Stiefvaters.

Begleitet von den Nebenwirkungen wie Albträume/ Schlaflosigkeit/ Panikattacken/ Flash-back's/ depressiven Phasen/ fehlendem Selbstwertgefühl/ ein komplett gestörtes Gefühl zu meinem Körper bishin zur vollständigen Taupheit meines Körpers/ Selbstverletzungen in der Hoffnung irgendetwas zu spüren/ Bulimie in der Hoffnung irgendwie die Kontrolle über meinen Körper zurück zu bekommen/ fehlende Bindungsfähigkeit gegenüber jeglichen Menschen/ Hüterin des Familiengeheimnisses und dadurch völlige innere Isolation und das permanente Gefühl mit all dem komplett alleine dazustehen, nicht dazu zu gehören, nicht richtig zu sein, ein schlechter Mensch zu sein....Viel zu viel für eine so junge, verletzlich Seele.

Mit 17 hatte ich die Möglichkeit von zu Hause herauszukommen und habe anschließend versucht mit all dem Erlebten irgendwie klarzukommen, was aber ohne professionelle Hilfe unmöglich war. Nach längerem Suchen habe ich eine tolle Therapeutin gefunden die es sich zugetraut hat mich durch die Aufarbeitung meines Entwicklungstraumas und der komplexen Belastungsstörung zu begleiten, mich dabei zu unterstützen, und somit hat die lange Zeit der Traumabewältigung und der Schadensbegrenzung ihren Anfang genommen.

Mir war es nicht möglich rechtliche Schritte einzuleiten (Scham, Schuldgefühle, Ohnmacht gegenüber dem Erlebten, große Angst vor dem brechen des Familiengeheimnisses, keine Kraft mich dem ganzen öffentlich zu stellen.....) und somit wurde ich zum Einzelkämpfer.

In den darauffolgenden Jahren bestand mein Leben aus intensiver Therapiearbeit, dem zurechtkommen mit den vielen Nebenwirkungen, der Bulimie, arbeiten gehen und dem ausüben so vieler Nebenjobs wie es körperlich und psychisch möglich war, um die finanziellen Mittel aufzubringen mir zusätzlich noch die alternativen Hilfen holen zu können die notwendig waren um an all dem Erlebten nicht zu zerbrechen und die von den Krankenkassen leider nur sehr begrenzt, wenn überhaupt, bezuschusst werden.

2011 hatte ich dann zusätzlich das erste Mal die Diagnose Gebärmutterhalskrebs mit Auswirkung auf die Gebärmutter (laut meiner Ärztin eine nachvollziehbare Reaktion meines Körpers auf das Erlebte). Seid meiner 3. und bis dato letzten Operation 2017 befinde ich mich in Remission, bin aber auch weiterhin Risikopatientin und hoffe inständig das ich gesund bleiben darf.

Entgegen jeglicher Aussagen von meinen Ärzten und Therapeuten habe ich es geschafft das Unmögliche möglich zu machen. Ich habe die allermeisten Nebenwirkungen des Missbrauchs aufgelöst, die Bulimie nach 26 Jahren überwunden, den Krebs besiegt und mich aus dem Entwicklungstrauma herausgekämpft.

Ich kann das erste Mal nach so langer Zeit durchatmen, etwas zur Ruhe kommen, ein Gefühl dafür entwickeln was es bedeutet sich lebendig zu fühlen ohne permanent ums überleben kämpfen zu müssen.

Auch wenn all das Erlebte seine deutlichen Spuren hinterlassen hat und ich vorallem an meiner Seele viele dicke Narben trage, ich habe es geschafft. Ich habe eine 2. Chance bekommen, eine Chance auf ein Leben nach dem "Überleben"......und um diese Chance wirklich zu nutzen ist es mein sehnlichster Wunsch für unbestimmte Zeit in die Welt zu ziehen, so viel wie möglich zu erleben, zu spüren, zu sehen, lebendig sein, frei sein von der Schwere der Vergangenheit, meinem Herzen zu folgen, mich selber zu entdecken und endlich zu leben.

Ein Stück Freiheit erleben solange es noch geht, denn es zeigen sich bereits jetzt schon Langzeitschäden aus der langen Zeit der Bulimie in Form von körperlichen Einschränkungen ( Schäden an Gelenken und Knorpelgewebe) und evtl. noch schwerwiegender werdende Probleme mit den Entgiftungsorganen und dem Immunsytem. Zudem weiss ich nicht ob der Krebs endggültig besiegt ist oder ob er doch wieder zurück kommt. Daher möchte ich nicht lange warten und so schnell wie möglich mit der Reise beginnen, solange es mir noch gut geht, da ich nicht absehen kann wieviel Zeit mir dafür bleibt.

Es sind nicht nur die reinen Reisekosten die ich abdecken muss, für mich sind Ergänzungsmittel zur Unterstützung der körperlichen Selbstheilung, einige präventive Heilmethoden und eine gute Krankenversicherung während der Reisezeit unabdingbar, was die Kosten um einiges erhöht.

Ich lebe bereits so minimal wie möglich, eine kleine 1-Zimmerwohnung, kein Urlaub, kein weggehen, kein Luxus, spare wo ich kann und löse mich schon von alldem was ich für meinen Wunsch nicht mehr benötige um das Geld für die Reise zusammen zu bekommen. Da ich aufgrund der jahrelangen körperlichen und seelischen Überbelastung nicht mehr in der Lage bin einen Vollzeitjob auszuführen und auch keine Nebenjobs mehr machen kann um etwas dazu zu verdienen, schaffe ich es alleine leider nicht.

Mein Partner, der mich seid 3 Jahren liebevoll und tatkräftig unterstützt, mir geholfen hat wieder auf die Beine zu kommen, durch ihn es für mich möglich geworden ist mich als Mensch und als Frau zu fühlen, wird mich auf meiner Reise begleiten. Er gibt wirklich alles was ihm möglich ist um mir zu helfen, im Alltag und auch um mir meinen Traum zu ermöglichen, kann aber meinen fehlenden finanziellen Anteil für die Reise nicht noch zusätzlich mitstemmen.

Auf meine Familie kann ich nicht zurückgreifen und einen festen, engen Freundeskreis aufzubauen war mir bisher in meinem Leben und durch mein Leben nicht möglich.

Daher wende ich mich hiermit an alle die diesen Spendenaufruf lesen.

Wenn jemand der das hier liest die Lust und die Möglichkeit hat mich finanziell zu unterstützen, um meinen Wunsch auf diese 2. Chance wahr werden zu lassen, oder es weiterleiten möchte an Menschen die mir helfen möchten, würde ich mich von ganzem Herzen darüber freuen !!

Ich Grüsse Euch ganz herzlich,

Nicole



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